Ausstellung über die Geschichte des Kantons Wallis

Unlängst hatte ich das Glück, zufällig eine Ausstellung zu finden, die auf sehr interessante Weise die Geschichte des Kantons Wallis erzählt. Die Ausstellung, die unter anderem in Martinach gezeigt wurde, hatte den Titel “200 Jahre Wallis” und das Ziel, verschiedene entscheidende Zeitabschnitte des Kantons zu präsentieren. Vor 200 Jahren wurde der Kanton Wallis der Schweiz angeschlossen und die Ausstellung fragte, ob die Einwohner sich mittlerweile als Eidgenossen fühlen und wie viele Besonderheiten immer noch gepflegt werden. Am 4. August 1815 wurde der Beitritt von Wallis vom Wiener Kongress bestätigt, kurz nach Aufnahme der Kantone Neuenburg und Genf. Die Angliederung erfolgte damals nicht gerade freiwillig, vielmehr wurde der Kanton von den europäischen Großmächten quasi gezwungen, sich der Schweiz anzuschließen. Dies schaffte eine innerliche Abgrenzung der Walliser zu den anderen Eidgenossen. Existiert diese auch heute noch?

rhone

rhone

Eine sehr interessante Frage, die natürlich nicht einfach in einer Ausstellung zu beantworten ist. Vielmehr werden thematisch verschiedene Schwerpunkte der Walliser Geschichte aufgezeigt und unkommentiert präsentiert. Dabei haben die Ausstellungsmacher natürlich die Hoffnung, dass die Besucher automatisch versuchen werden, eine Antwort auf die Eingangsfrage zu finden. Eine kluge Art die Besucher zum Nachdenken und Interpretieren anzuregen. Unter anderem liefert die Ausstellung viel Information über die Begradigung der Rhone, die zwischen 1864 und 1877 vorgenommen wurde. Ziel dieser umfassenden Eingriffe war es, Überschwemmungen zu vermeiden und Ebenen landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Bezahlt wurde diese Intervention mit Bundesmitteln, ein großer Vorteil für den Kanton.

Die Rhone

Wie sehr sich der Kanton über die Jahre der Schweiz annäherte wird außerdem in sehr anschaulichen Tafeln über die Verkehrsverbindungen aufgezeigt. Welche Transportmittel konnte man nutzen um zum Beispiel nach Genf zu gelangen? Und wie lange dauerte die Reise zu einem bestimmten Zeitpunkt? Ganz deutlich sieht man dabei, dass zum Beispiel eine Strecke wie Sitten-Genf, die zum Ende des 19. Jahrhunderts gut fünf Stunden dauerte, heutzutage in knapp 60 Minuten zurück gelegt werden kann. Gäbe es kein Interesse wäre diese „Annäherung“ vielleicht gar nicht erst geschehen.

Wie viele Paare, die sich heutzutage im Internet über Dating sider kennenlernen, sind Annäherungen oft langwierig und nicht unbedingt einfach. Handelt es sich um Landstriche oder Regionen, die zusammengeführt werden, kommt es oft zu Problemen die meistens gar keine wirkliche Basis haben, sondern vielmehr aus dem Stolz auf die Heimat entstehen und aus Trotz gegen die Kräfte, die Entscheidungen treffen. Wie bei der Suche nach einem Lebenspartner muss man Zeit und Geduld mitbringen, damit Verbindungen funktionieren. So wie im Fall des Kantons Wallis. Kein Besucher würde heutzutage daran zweifeln, dass Wallis ein fester Teil der Schweiz ist. Derselbe Gedanke hätte vor 200 Jahre zu heftigen Diskussionen führen können.

Winter im Kanton Wallis

Heute möchte ich mich einmal der kälteren Jahreszeit widmen, in der man im Kanton Wallis ganz hervorragende Bedingungen für einen tollen Urlaub findet. Selbstverständlich stehen alle Wintersportarten ganz hoch in der Gunst der Besucher, aber neben Skifahren oder Snowboarden finden auch die weniger Sportlichen viele Gründe in den Kanton Wallis zu fahren. Die 4000 Meter hohen Berge und Schneegarantie für die gesamten Wintermonate sorgen dafür, dass Wallis ein festes Ziel für viele Winterreisende ist. Wenn die warme Sonne die schneeweißen Gipfel zum Strahlen bringen fühlt man die Energie der Schweiz, und anstatt zu frieren bricht vielen Urlaubern hier in erster Linie der Schweiß aus. Das liegt zum einen an den sportlichen Aktivitäten und zum anderen an den perfekt auf die Jahreszeit abgestimmten warmen Getränke mit Schuss. Denn der Wintersportler kommt nicht nur nach Wallis um seinen Sport auszuüben, auch das Apres Ski will ausgiebig genossen werden.

winter im kanton wallis

winter im kanton wallis

Im höchsten Ski Ressort der Schweiz warten rund 2.400 Kilometer Pisten auf alle Skifahrer, egal ob Anfänger oder Profi. Und auch Wanderer finden trotz der kalten Temperaturen beeindruckende Wanderweg und spektakuläre Aussichten. Wer relativ gleichmäßig wandert braucht sich übrigens vor der Kälte nicht zu scheuen. An klaren Tagen wird einem schneller warm als einem lieb ist und viele Wanderer ziehen schnell ihre dicke Daunenjacke aus und tragen diese, bis die Sonne langsam untergeht. Ich habe mir für alle Zwecke auf www.sparpedia.dk eine komplette Ausstattung an Jacken und Hosen gekauft, die für jede Witterung hervorragend geeignet sind. Die schneebedeckten Bäume und die klare Sicht sorgen für ganz tolle Momente beim Wandern, und selbstverständlich hilft ein professionell ausgewiesenes Wandernetz dabei, stets die richtige Route zu finden. Mit professionellen Bergführern kann man dabei auch ruhig mal eine waghalsigere Strecke probieren. Oft lohnt sich die Anstrengung.

Die beliebtesten Orte für einen Winterurlaub in Wallis sind

  • Aletsch
  • Les 4 Vallées
  • Saas-Grund
  • Bettmeralp
  • Les Portes du Soleil
  • Verbier
  • Blatten
  • Belalp
  • Riederalp
  • Veysonnaz
  • Crans Montana
  • Saas
  • Almagell
  • Zermatt
  • Grächen und
  • Saas-Fee

In allen Urlaubsorten findet man Skihütten, Pensionen und kleine Hotels. Immer beliebter sind auch die Ferienwohnungen, die man privat über ganz viele verschiedene Internetseiten buchen kann. Das Schöne ist, dass Pensionen oder Ferienwohnungen Kontakt zu Einheimischen bieten, die einem mit vielen Empfehlungen weiter helfen können.

riederalp

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Wer einen Winterurlaub im Kanton Wallis machen möchte sollte frühzeitig mit der Planung beginnen und auch ein eher mittelgroßes Budget einplanen. Zum einen ist die Schweiz nicht gerade als günstiges Urlaubsgebiet bekannt, und zum anderen sorgt die große Nachfrage dafür, dass Unterkünfte und auch Essen recht teuer sind. Zählt man dann noch Skipass, Liftbenutzung oder Skischule oder Ausrüstungsverleih hinzu, sowie ein bisschen Apres Ski, kommt schnell eine stattliche Summe zusammen.

Das Schweizer Babylon

Drei offizielle Amtssprachen sind in der Schweiz einfach nicht genug. Zusätzlich gibt es so viele Dialekte, Wörter und Umformungen des Schwyzerdütsch, dass man ganz schnell gar nichts mehr versteht. Um sich dennoch mit Einheimischen verständigen zu können reicht es oft, ein paar Grundregeln zu befolgen. Und schon klingt alles wesentlich vertrauter. Eine dieser goldenen Grundregeln ist zum Beispiel, Verniedlichungen und Verkleinerungen anstatt mit -chen mit -li zu formen. So wird dann das Brötchen zum Brötli und das Blümchen zum Blümli. Das klingt doch erstmal recht einfach, nicht wahr? Anschließend sollte man beginnen, die Aussprache der Konsonanten -ch zu verändern. Als Beispiel dient das deutsche Wort „Docht”, folglich bekommen einfache Wörter wie ich oder echt den Beigeschmack einer Halskrankheit. Sagt man allerdings „Ich möchte ein Brötli” mit der richtigen Betonung in einer Schweizer Backstube wird man überrascht sein, wie freundlich man plötzlich bedient wird.

schweizer babylon

schweizer babylon

Da neben Deutsch in der Schweiz auch Französisch und Italienisch gesprochen wird kommt es oft zu neuen Wortkreationen oder zur Vermischung von unterschiedlichen Aussprachen. Wird man zum Beispiel von einem Einheimischen zu einem Znüni oder Zvieri eingeladen. handelt es sich dabei ganz einfach um einen Vormittagsimbiss oder einen Nachmittagsimbiss. Man muss es halt nur wissen. Beruhigend ist, dass man mit seiner Sprachunsicherheit nicht alleine dasteht. Selbst innerhalb der Schweiz gibt es viele Einwohner, die sich nicht auf Anhieb verstehen und wie so oft in fremden Ländern wird der Versuch zu kommunizieren oft viel höher bewertet als das tatsächliche Ergebnis.

Schweizerdeutsch hat keine offizielle Schriftsprache, was das Erlernen nicht unbedingt vereinfacht. Da dazu in unterschiedlichen Kantonen auch noch verschiedene Dialekte hinzukommen, verliert man schnell den Überblick. Offiziell sprechen viereinhalb Millionen Schweizer Deutsch. Wie, das steht auf einem anderen Blatt.

In einem Artikel über das schnelle Erlernen von Schwyzerdütsch wird außerdem empfohlen, Frageworte an jeden Satz zu hängen. Auch dann, wenn es sich um eine klare Aussage und keine Frage handelt. Ein Beispiel des Artikels: “Ich habe Hunger, oder?”. Das “e” kann man dabei noch direkt verschlucken, also hängt man schlicht ein gutturales “odr” an. Das ist doch einfach, odr?

Betont man anschließend noch jedes zweisilbige Wort auf der ersten Silbe (Büro, Fondue…) und lernt ein paar wichtige Vokabeln wie Glas Bier = Stange, Motorrad = Töff, Fahrrad = Velo, Butter = Anke oder Hähnchen = Mischtchratzerli steht einer zünftigen Unterhaltung nichts mehr im Wege. Ich wünsche viel Spaß, odr?

Viel zu unternehmen in Wallis

Da mein letzter Blog Artikel bei den Lesern offensichtlich sehr gut angekommen ist möchte ich auch diesmal über Freizeitmöglichkeiten im Kanton Wallis schreiben. Dabei werde ich nicht wie beim letzten Mal auf nur einen Park eingehen, sondern gleich eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung auflisten. So bekommen sie einen guten Überblick über das, was man in Wallis so unternehmen kann. Und ich sehe an den Reaktionen, welche Freizeitmöglichkeiten besonders interessant sind. Diese kann ich dann in folgenden Texten näher vorstellen. Heute werde ich unter anderem

  • Museen
  • Fahrradtouren
  • Zoos
  • Bäder und
  • Wanderstrecken

vorstellen. Ich hoffe dieser kleine Überblick gefällt ihnen.

Wer gerne wandert oder klettert sollte sich zum Beispiel eine der schönsten Hängebrücken in Wallis, die Hängebrücke Riederalp-Belalp, einmal vormerken. Für Kletterer eignet sich sowohl der Klettersteig Eggishorn als auch der Gratweg Torrent als Ziele, beide Strecken sorgen durch ihre unglaubliche Sicht für tolle Momente. Generell kann man in Wallis sehr viel Wandern und dabei ganz unterschiedliche Schwierigkeitsgrade abdecken. Es gibt einfache, fast gerade Strecken aber auch solche, bei denen man schon zünftig klettern muss, um weiterzukommen. Jeder sucht sich am besten die Strecken aus, die am besten zu einem passt. Und das Naturerlebnis ist immer spektakulär.

riederalp-belalp

riederalp-belalp

Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist sollte sich mal den Bikepark Saint-Luc anschauen. Der speziell für Mountain Bike Fahrer entworfene Park bietet 500 Meter Höhenunterschied, rasante Abfahrtstrecken mit drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und vieles mehr für alle, die gerne schnell und abwärts fahren. Ein Bekannter von mir hat übrigens vor ganz kurzer Zeit über eine Rabatkoder Seite eine komplette Ausrüstung zum MTB Fahren erstanden. Und das zu unglaublich günstigen Preisen.

Wer die Erholung liebt kann sich in folgenden Bädern herrlich entspannen: das familienfreundliche Leukerbad mit ganz vielen Spielmöglichkeiten oder der relaxte Thermes Parc mit warmen Thermalbecken, einem 29 Grad warmen Fluss, einem Wasserfall und einer riesige Grünanlage. Hier kann man sich nach einem Wandertag ganz herrlich ausruhen und das warme Wasser und die Ruhe genießen. Aber damit längst nicht genug. Museen wie das Heimatmuseum Grächen oder das Gardenmuseum sind nicht nur an regnerischen Tagen sehenswert und wer mit der Familie unterwegs ist, sollte auf alle Fälle den Tierpark und Streichelzoo Fiesch besuchen. Insbesondere die Kleinen werden großen Spaß daran haben, viele Tiere der Region ganz aus der Nähe kennen zu lernen. In Bex kann man ein Salzbergwerk besichtigen, in Oberwallis Gleitschirmfliegen praktizieren oder in St. Niklaus Ringkuhkämpfe bestaunen. Wallis hat sehr viel zu bieten und hier findet jeder eine Aktivität oder Freizeitmöglichkeit, die ihm gefällt. Egal ob groß oder klein, Wallis ist für alle da.

Der Forest Fun Park

Im Kanton Wallis gibt es sehr viel zu unternehmen und der Tourismus hat dafür gesorgt, dass jede Altersgruppe etwas Passendes findet. Heute möchte ich einen Park vorstellen, der für mich sehr viele Dinge der Region repräsentiert und gleichzeitig mit der ganzen Familie genossen werden kann. Es handelt sich um den Forest Fun Park in Zermatt. In erster Linie kann man in diesem Park Bäume besteigen, festen Seilrouten über den Baumwipfeln folgen, abseilen und viele andere Aktivitäten absolvieren, die sehr stark mit dem Bergsteigen in Verbindung stehen. In sicherer und angenehmer Umgebung hat man nicht nur ein tolles Naturerlebnis, sondern kann gleichzeitig auch die Aufregung von Höhe spüren und die Sicherheit, die einem eine gute Ausrüstung bietet. Ich habe schon Kinder gesehen, die mutig wie Erwachsene die gefährlichsten Strecken absolviert haben. Und Erwachsene, denen schon auf der Kinderstrecke angst und bange wurde. Das Beste ist, den Forest Fun Park selber auszuprobieren. Fast alle die dies getan haben, sind irgendwann wiedergekommen.

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Der berühmte Bergsteiger Heinrich Harrer sagte einmal: „Die Frage, warum man etwas Ungewöhnliches unternimmt, stellt sich gar nicht. Die Begründung könnte ganz einfach die Lust am großen Abenteuer sein.“ Und deshalb sollte man auch nicht groß nach Gründen suchen, sondern sich einfach in das Abenteuer stürzen. Im Forest Fun Park gibt es unterschiedliche Routen mit ganz unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und ist deshalb nicht nur Abenteuer, sondern auch Entspannung. Wer einmal auf einer Plattform über dem Wald gestanden hat wird verstehen was ich meine. Und in diesem Park findet man 110 Plattformen, 25 Rollseile und 83 Hindernisse, die es zu überwinden gilt.

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Da alle Strecken mit einem patentierten Sicherheitssystem namens Saferoller ausgerüstet sind muss man sich keine Sorgen um seine Gesundheit machen. Abstürzen ist zwar nicht das Ziel, es passiert aber auch nichts wenn man einmal aus Versehen daneben tritt. Das Sicherheitssystem stoppt den Fall und man kann anschließend aufsteigen oder sich abseilen, um weiter zu machen. Der Einsatz des Sicherheitssystems ist kinderleicht und sogar von Vierjährigen zu bedienen. Da die Witterung eine große Rolle spielt bei diesem Naturereignis öffnet der Park nur von Ostern bis Oktober, in der Wintersaison bleibt er geschlossen. Die Öffnungszeiten sind von 19:30 bis 19 Uhr, im Herbst bis 18 Uhr, damit man nicht von der Dunkelheit überrascht wird. Kinder zwischen vier und sieben Jahren bezahlen 15,50 € Eintritt, Kinder zwischen acht und 13 Jahren 21 €, Jugendliche bis 17 Jahre 25,50 € und Erwachsene 30 €. Dafür kann man den ganzen Tag im Park verbringen.

Derzeit bietet der Park sechs verschiedene Parcours zur Auswahl, die ich hier kurz vorstellen möchte: Die violette Route ist insbesondere für kleine Kinder gedacht und ist 350 Meter lang. Die Strecke führt über 31 Brücken und es gibt die Möglichkeit, an Rollseilen durch die Luft zu schweben. Ein Elternteil sollte die Kleinen begleiten. Der grüne Parcours ist die Anfängerstrecke und bietet 25 Elemente, an denen man seine Fähigkeiten erproben kann. Je weiter man kommt umso schwieriger wird es. Etwas komplizierter wird es auf der roten Strecke, die in großer Höhe durch die Baumwipfel führt. 17 abenteuerliche Hindernisse müssen überwunden werden. Der blaue Parcours ist die Route der Seilbahnen, auf denen man entlang gleitet. Kletterelemente und Rollseile sorgen für zusätzliche Spannung. Auf der schwarzen Strecke kann man zeigen, was man gelernt hat. Konstruiert für erfahrene Seilsportler wird man hier an seine Grenzen geführt, hat man die Strecke absolviert kann man sich schon fast als Profi fühlen. Der absolute Nervenkitzel wartet auf alle schließlich auf der braunen Strecke. Ein freier Flug von über 200 Metern in 30 Meter Höhe sind der ultimative Kick und viele Besucher sieht man immer wieder fliegen.

Ausflugstipps im Kanton

Heute möchte ich allen Lesern einmal einige meiner Lieblingsausflüge im Kanton Wallis vorstellen. Damit für jeden etwas dabei ist werde ich über eine tolle Bergtour berichten, über den Besuch des höchstgelegenen Weinbergs Europas und auch ein Museum vorstellen, das sich insbesondere bei schlechtem Wetter für einen Besuch anbietet. An den seltenen Tagen, an denen es tatsächlich einmal durchregnet, kann ich auch den Besuch von einheimischen Gaststätten empfehlen. Dort wird man normalerweise sehr nett empfangen und es ist relativ einfach, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Seitdem ich in einem Lokal bundesligalivestream.eu erwähnt habe, wird dort an jedem Wochenende Bundesliga gezeigt. Sehr gesellig und bestens geeignet, um nette Schweizer kennenzulernen. Aber da das Wetter meistens gut ist hier nun meine Ausflugstipps.

Breithorn

Breithorn

Wer sich einmal so richtig als Herr über die Welt fühlen möchte, dem empfehle ich eine Tour auf das Breithorn. Dieser ist einer der höchsten Gipfel und man kann die anderen Berge wie Mont Blanc, Matterhorn, Dent Blanche, Obergabelhorn, Zinal Rothorn, Weisshorn oder Mischabel mal aus einer ganz neuen Perspektive sehen. Auf dem Dach der Welt ist die Luft dünn und man sieht, wie klein und unbedeutend die Menschen dort unten tatsächlich sind. Wie Ameisen wuseln sie durch die Niederungen der Täler. Meine Lieblingsbergtour startet auf gut 3800 Meter von der Bergstation Matterhorn glacier paradise, die man mit einer Seilbahn erreicht. Unter Führung eines professionellen Bergsteigers kann man anschließend gut zwei Stunden zum Breithorngipfel aufsteigen und von dort einen absolut einmaligen Ausblick genießen. Bei 4164 Meter über dem Meeresspiegel fühlt man sich erhaben und die reine Luft umweht die Nasenspitze. Alles was man benötigt, um diese Tour durchzuführen ist

  • Kondition
  • eine Bergausrüstung (kann gemietet werden)
  • einen erfahrenen Bergführer
  • gutes Schuhwerk
  • Interesse

Hat man genug von Gipfel und Bergen kann man im Kanton Wallis auch einen Weinberg besuchen. Und nicht nur irgendeinen Weinberg, sondern den höchstgelegenen Weinberg in Europa. Ein sehr guter Ausgangspunkt, um die Weinberge kennenzulernen, ist das Dorf Visperterminen. Das Dorf ist ein typisches Schweizer Bergdorf, und auch wenn der Tourismus auch hier seine Spuren hinterlassen hat, ist es nach wie vor sehr ursprünglich und charakteristisch. Die knapp 1500 Einwohner widmen sich den Weinbergen und der Viehzucht. Unterhalb des Ortes findet man die Weinberge, die im Terrassenbau an den Berghang gebaut wurden. Viele Sonnenstunden, sehr nährreiche Böden und eine Höhe zwischen 650 und 1150 Meter sorgen für einen ganz speziellen Wein. Weißweine wie der “Heida Visperterminen” sind Beispiele für die würzige Note des Bergweins. Bei einem Spaziergang durch die Weinberge kann man die Natur genießen. Und anschließend locken gleich drei verschiedene Weinkeller mit Verkostungen. Ein toller Ausflug bei dem es nie zu anstrengend wird.

zermatlantis matterhorn museum

zermatlantis matterhorn museum

Zuletzt möchte ich noch das Zermatlantis Matterhorn Museum erwähnen. In Zermatt gelegen überrascht das unterirdische Museum mit unglaublichen Geschichten über die Berge der Region. Auf unterhaltsame Weise erfährt man viel übers Bergsteigen und über Wallis. Insbesondere möchte ich diesen Ausflug Familien mit Kindern empfehlen.

Trientschlucht

Trientschlucht

Trientschlucht

Wer Natur liebt hat mit der Trientschlucht in Wallis ein absolutes Highlight zu entdecken. Die gut 200 Mater tiefe Schlucht ist ein mitreißendes Naturereignis und zieht Jahr für Jahr viele Kletterer und Wanderer an. Mit einem schönen Wasserfall findet die Schlucht auch ein dramatisches Ende und ich kann hier ganze Tage verbringen und zusehen, wie das Wasser durch die Schlucht jagt. Dabei stelle ich mir vor, wie über Jahrtausende das weiche Wasser den harten Stein des Mont Blanc Massiv immer weiter durchspült und sich so eine Nische gebahnt hat. Eindringlicher kann man Natur selten erleben.

Ein Freund von mir, der in einer Bank in Zürich arbeitet und den ganzen Tag mit Aktienhandel und –verkauf beschäftigt ist, hat mir mal erzählt, wie sehr er diese Schlucht braucht, um sich daran zu erinnern, wie wild und ungezähmt das Leben ist. Klar, wer immer nur in einem Büro sitzt, wird bei einem Blick in die Trientschlucht an das wahre Leben erinnert. Ich bin fest davon überzeugt, dass man alle Naturelemente direkt und vor Ort erlebt haben muss:

Wasser (in einer Schlucht oder auf dem offenen Meer)
Feuer (am Hang eines Vulkans)
Erde (in einer Tropfsteinhöhle)
Luft (in einem Gleitschirm)

Wer all diese Erfahrungen gesammelt hat wird sich stets an sie erinnern und dabei daran denken, dass das eigene Leben nur ein ganz kleiner Teil eines großen Ganzen ist. Wallis bietet viele solcher Erfahrungen und nach und nach werde ich hier die vorstellen, die mir persönlich ganz besonders gefallen.

Der Schweizer an und für sich

Um den Kanton Wallis zu verstehen sollte man zuerst einmal versuchen, die Schweizer an und für sich zu verstehen. Und das ist kein leichtes Unterfangen, denn neben dumpfen Pauschalurteilen, die oft gar nicht weiterhelfen, laufen Verallgemeinerungen immer Gefahr, zu viel über einen Kamm zu scheren. Mir gefällt der Schweizer Charakter und ich werde auch erklären warum. An Orten wie im Kanton Wallis merkt man deutlich, wie sehr die Einwohner ihre Traditionen und Eigenheiten pflegen. Selbst in den kleinsten Orten spürt man einen Stolz und ein Selbstbewusstsein, welches man in anderen Ländern so nicht findet. Gleichzeitig schaffen es die Schweizer, mit vier offiziellen Sprachen zu leben und trotz einer fast übermächtigen Ordnung, eine große Flexibilität zu zeigen.

Schweizer Uhren

Schweizer Uhren

„Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk“ ist eins der am häufigsten verwendeten Zitate über unsere Nachbarn. Und natürlich ist das Schweizer Bankenwesen berühmt, das Anonymität garantiert und Geheimnisse birgt. Während sich manche vorstellen, der gewissenhafte Schweizer würde in seinem Wohnzimmer sitzen und Internetseiten über Aktien kaufen online konsultieren, wissen andere, dass den meisten Schweizer das Finanzwesen gar nicht so sehr zusagt. In den Bergdörfern und kleinen Orten wird eine Langsamkeit zelebriert, die man so eher im Süden erwartet, aber nicht von den korrekten Eidgenossen. Trotzdem wird die Schweiz in der Regel mit Produkten oder Tugenden in Verbindung gebracht. Klassiker sind dabei

das Schweizer Taschenmesser
Uhren aus der Schweiz
Kräuterbonbons
Pünktlichkeit
Verlässlichkeit
Verschwiegenheit
Unparteiisch

Schweizer

Schweizer

Schaut man sich einmal andere typische Schweizer an, stehen diese ganz im Einklang zur Liste der Eigenschaften. Wilhelm Tell, der seinem Sohn den Apfel vom Kopf schoß, hatte zwar nicht unbedingt eine Wahl, aber legt trotzdem eine unglaubliche Präzision an den Tag. Bis heute findet man diese und andere Tugenden in einem Land, das sich gegen die großen Nachbarn gut behauptet und sich über die Vorurteile nur wenig schert. Am Ende kommen doch die Österreicher und Deutschen wieder zum Skifahren in die Berge, ganz egal was sie vorher so erzählen. Auch in Sachen Demokratie kann man vom Nachbarn eine Menge lernen. Kein Land nimmt die Mitbestimmung so wörtlich und lässt auch Minderheiten stets zu Wort kommen. Summiert man all diese Details kann man eigentlich nicht anders, als den Schweizer Respekt zollen.

Besuch Wallis

Wer die Schweizer Alpen besucht sollte es sich nicht entgehen lassen, den Kanton Wallis ebenfalls zu besuchen. Meiner Meinung nach ist dies eine der schönsten Ecken der Schweiz, der Alpen und, wenn man die Berge so sehr liebt wie ich, vielleicht sogar der Welt. Der Kanton Wallis liegt zum Teil in der französischen Schweiz und zum Teil in der Deutschschweiz. Aus diesem Grund werden dort, wie in vielen Teilen der Schweiz, neben Italienisch auch diese beiden Sprachen gesprochen. Im französischen heißt der Kanton Valais, im italienischen Vallese. Hauptort des Kantons ist die Stadt Sitten und Wallis ist der drittgrößte Kanton der Schweiz.

Wie der Name nahe legt, liegt der Kanton zum Großteil in einem Tal und reicht vom Rhonegletscher bis zum Genfersee. Eine der wichtigsten Einnahmequellen der Region ist der Tourismus, und es gibt schier endlose Möglichkeiten in Wallis einen schönen Urlaub zu verbringen. Mir als Alpinist sagen natürlich die Berge und das Wandern zu, aber man findet auch viele spektakuläre Landschaften und sogar den am höchsten gelegenen Golfplatz Europas. Die beiden höchsten Berge der Schweiz, Mischabel und Monte Rosa, sowie drei große Gletscher locken viele Bergsteiger in die Region, und man findet sehr viele Unterkünfte und traditionelle Gastronomie. Mit einem Höhenunterschied von 4300 Meter zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt bietet Wallis seinen Besuchern ein stetiges Auf und Ab und eine sagenhafte Kulisse. Der Kanton umfasst fünf Gemeinden und rund 10.000 Einwohnern. Gut ein Drittel von Ihnen wohnt in Sitten, die restlichen Einwohner verteilen sich recht gleichmäßig auf die folgenden Gemeinden

Martigny
Siders
Monthey und
Brig-Glis

Was mir besonders gut gefällt ist das stets gute Wetter in Wallis. Das Klima ist überaus trocken und es regnet nur sehr selten. Das macht das Gebiet ideal für Wanderungen und Aktivitäten an der frischen Luft. Im Winter kann es ganz schön kalt werden und im Sommer warm und sonnig, aber man braucht nie Angst haben, dass es tagelang regnet und man seinen Urlaub im Haus verbringen muss. Die hohen Berge fangen den Niederschlag ab und sorgen dafür, dass es im Tal trocken bleibt. Das schafft hervorragende Bedingungen für den Weinanbau, den man insbesondere im Gebiet um Sitten finden kann.

Die Furka Bahnstrecke

Die Furka Bahnstrecke

Die Furka Bahnstrecke

Wie stark der Tourismus die Region dominiert zeigen die Bettenzahlen der einzelnen Ortschaften, die teilweise 10 mal höher sind als die Zahl der Einwohner. So leben zum Beispiel in Bellwald nur 460 Menschen fest, aber es gibt 4300 Betten für Touristen. Wenn man einmal in Wallis ist, sollte man auf alle Fälle auch einmal die Dampfbahn der Furka Bergstrecke nutzen. Diese alte Bahn fährt durch die idyllische Landschaft und man sieht sehr viel von der Umgebung. Ein paar Stationen hin und zurück gehören zu meinem Standardprogramm, wenn ich in Wallis bin.